Der fünfzig Grad steile Hang der sich unter meinen Skispitzen verliert, lädt nicht gerade zum träumen ein. Nein, träumen ist nicht angesagt, ich bin voll konsentriert. Wie beim Alpin Skifahren bin ich kurze Zeit vorher meine Linie in Gedanken durchgegangen.
Toni zählt den Countdown 5,4,3,2,1 dann springe ich in die steile felsdurchsetzte Wand. Mein Run gelingt mir nahezu reibungslos, im steilen Gelände fühle ich mich wohl. Die drei Sprünge die ich eingeplant habe, kann ich Dank des guten Pulverschnees gut stehen, der erste Cliff ist mit 15-18 Metern sicher der eindrücklichste.
Siebenhundert Höhenmeter tiefer als der Start fahre ich total ausgepowert durch den Zielbogen. Ich weiss, dass ich einen guten Run gezeigt habe, aber mit Startnummer 13 im Finale folgen noch viele starke Freerider. Matthias Haunholder, der als zweitletzter startet, gilt in Fieberbrunn als der Favorit und das zeigt er auch. Mit einem dynamischen Run und zwei spektakulären Cliffs zieht er eine Toplinie.
Bis zur Preisverleihung wissen die Fahrer nicht welchen Platz sie erreicht haben. Die Jury wertet noch die Punktzahlen zusammen. Unter den Wettkämpfern wird spekuliert wer jetzt gewonnen hat, viele Freerider gratulieren mir bereits zu einem super Run. Ich glaube nicht an einen Podestplatz, bis… bis der Speaker mich am Abend auf das Podest holt. Mein Gefühl hat sich bestätigt, ich habe einen wirklich guten Run gezeigt. Ich teile mit dem „Local Hero“ Matthias Haunholder den 1.Platz. Hammer!
Samuel
Ergebnisse
1.Ane Enderud (NOR)
2.Janette Hargin (SWE)
3.Lorraine Huber (AUT)
Ski Herren:
1.Matthias Haunholder (AUT)
1.Samuel Anthamatten (SUI)
3.Stefan Moser (AUT)
Snowboard Herren:
1.Max Zipser (AUT)
2.Emilien Bardoux (SUI)
3.Daniel Furberg (SWE)
Snowboard Damen:
1.Aline Bock (GER)
2.Liz Kristoferitsch (AUT)
3.Vivian Aasen (NOR

